Sexualität in den Kulturen indigener Nordamerikaner wurde generell mit Respekt vor Vielfalt und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Fluidität betrachtet – wobei Überzeugungen und Praktiken je nach Stamm stark variierten. Viele indigene Gesellschaften pflegten komplexe, oft inklusivere Ansichten zu Sex, Gender und Beziehungen, die nicht mit europäischen kolonialen Moralnormen oder Geschlechterbinäritäten übereinstimmten.
1. Sexualität und Akzeptanz
• In vielen Kulturen galt Sexualität als natürlicher, respektiierter Teil des Lebens, ohne Stigmatisierung. Sie wurde durch die Linse von Respekt, Harmonie und Ausgeglichenheit gesehen. Menschen durften ihre Begierden ausleben, solange sie andere respektierten.
• Voreheliche Beziehungen waren oft akzeptiert; Ältere oder Familienmitglieder lehrten Jugendliche über Sexualität. Erwartungen variierten jedoch je Stamm – manche betonten eheliche Bindung stärker.
2. Two-Spirit und Geschlechterfluidität
• Viele Stämme würdigten „Two-Spirit“-Personen, die männliche und weibliche Qualitäten vereinten. Der Begriff ist modern, doch ähnliche Rollen gab es historisch, z. B. winkte bei den Lakota oder nadleehi bei den Navajo.
• Two-Spirit-Menschen übernahmen besondere Rollen als Heiler, spirituelle Führer, Vermittler oder Heiratsvermittler. Ihre Beziehungen jenseits herkömmlicher Paarungen waren gesellschaftlich akzeptiert.
3. Ehe, Familie und sexuelle Beziehungen
• Ehekonsum variierte: Monogamie, Polygamie oder Probeehen kamen vor. Manche Stämme sahen Ehe als soziale Partnerschaft, die Scheidung erlaubte; andere als heilige, lebenslange Bindung.
• Familienstrukturen waren flexibel; erweiterte Familien und Gemeinschaften halfen bei der Kindererziehung und stärkten soziale Bindungen.
4. Zeremonielle und spirituelle Aspekte von Sex
• Sexualität floss in spirituelle Praktiken, Rituale und Erzählungen ein. Bei den Pueblo feierten Fruchtbarkeitsrituale die Vereinigung maskuliner und femininer Kräfte. Hopi und Zuni kannten Rituale zu Sex, Fruchtbarkeit und Lebenszyklen.
5. Auswirkungen der Kolonisation
• Die europäische Kolonisation zerstörte indigene Ansichten zu Sex und Gender. Kolonisatoren zwangen restriktive Normen auf; Two-Spirit-Personen wurden stigmatisiert oder assimiliert.